Off-Feier

Es war beiläufig gemeint. Aber es traf etwas, das ich kannte, ohne es benennen zu können.

Ich musste an einen Abschied denken, bei dem alles da war – Gläser, Licht, Gäste, Reden. Und doch fehlte das Entscheidende: ein Raum, der trägt.

Wir standen an den Rändern. Die Mitte blieb leer. Niemand nahm den, der ging,  wirklich in Empfang.

Vielleicht war genau das die Off-Feier: ein Ritual, das den Weggang organisiert, ohne den Verlust zu berühren.

Eine Off-Feier braucht keinen Raum. Sie braucht nur Ablauf. Ein paar Worte. Ein Protokoll. Ein Glas in der Hand.Und dann: weiter.

Doch was geschieht in einem solchen Moment mit den Menschen?
Für den Gehenden bedeutet eine Off-Feier oft: Meine Zeit, meine Arbeit, meine Beziehungen werden nicht mehr wirklich gesehen. Der Abschied wird zur letzten – stillen – Kränkung. Nicht, weil niemand freundlich war, sondern weil niemand den Mut hatte, Bedeutung zuzulassen.

Und für die, die bleiben, geschieht ebenfalls etwas Entscheidendes. Sie lernen in diesem Moment, wie viel Raum ihnen selbst einmal zustehen wird, wenn sie gehen. Sie spüren, ob Würde hier etwas ist, das bleibt –oder nur ein Wort im Leitbild.

Eine Off-Feier schließt einen Menschen ab. Ein Abschiedsritual öffnet eine Geschichte. Denn ein Abschied braucht etwas anderes: einen Raum, der die Bedeutung eines Menschen halten kann – seine Spuren, seine Beziehungen, das, was bleibt, wenn jemand geht.

 

Als ich diesen Raum nicht spürte, wusste ich: Hier wird etwas beendet, aber nichts verabschiedet.

Eine Off-Feier feiert, dass jemand weg ist. Ein Abschiedsritual würdigt, dass jemand da war.

Und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Raum, der hält – und einem, der nur dekoriert ist

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Offboarding ist der Lackmustest für Wertschätzung. Ein Podcastgespräch über Abschied, Verantwortung und den Übergang in den Ruhestand.

Der letzte (Arbeits-)Tag. Was bleibt, ist vielleicht eine Lücke im Organigramm – und ganz sicher ein letzter Eindruck eines (Berufs-)Lebens.

In der aktuellen Podcast-Episode mit Stefan Robiné habe ich darüber gesprochen, warum der Abschied aus dem Berufsleben einer der sensibelsten Momente im Arbeitsleben ist – für den einzelnen Menschen und für die Organisation, die er oder sie verlässt.

Eine Erkenntnis aus unserem Gespräch hat mich besonders bewegt – und auch verstört: Offboarding ist wie ein kleiner sozialer Tod. Personalverantwortliche können von der Hospizbewegung lernen – über Würde, Präsenz und das Ernstnehmen des Endes.

Fünf zentrale Gedanken aus dem Gespräch:

Offboarding ist Ausdruck von Unternehmenskultur.

Abschiede entlarven Hochglanz-Leitbilder schneller als jede Mitarbeiterbefragung.

Der letzte Eindruck wirkt nach.

Kolleg:innen beobachten sehr genau, wie jemand verabschiedet wird – und ziehen ihre Schlüsse.

Ein guter Abschied beginnt lange vor dem letzten Arbeitstag.

Emotional oft schon ab Mitte 50 – nicht zwei Wochen vorher.

Verantwortung ist keine Einbahnstraße.

Wertschätzung entsteht im Dialog: durch Klarheit, Wissenstransfer und Haltung auf beiden Seiten.

Rente ist kein Umlege-Schalter, sondern ein Übergang.

Gleitende Modelle, Aktivrente und flexible Rollen können Würde, Sinn und Know how sichern.

🎧 Das ganze Gespräch: https://www.podcast.de/episode/698379926/offboarding-der-lackmustest-fuer-wertschaetzung

 

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Exitgespräche bringen wenig. Würdezentrierte Gespräche verändern alles.

Unternehmen führen Exitgespräche.

Menschen brauchen Übergangsgespräche.Genau darum geht es in meinem neuen Artikel bei Persoblogger.de: Wie würdezentrierte Gespräche zum Gamechanger im Offboarding werden – besonders im Übergang in den Ruhestand.

Warum?

Sie schaffen Resonanz statt Distanz

Sie reduzieren Kränkungen, die oft lange nachwirken

Sie ermöglichen Dank, Klärung und einen echten Abschluss

Sie stärken die Arbeitgeberattraktivität – nachhaltig

👉 Hier lesen: https://persoblogger.de/2025/12/01/wuerdezentrierte-gespraeche-als-gamechanger-im-offboarding

Offboarding ist kein administrativer Akt. Offboarding ist Beziehungsgestaltung.

#Offboarding#EmployeeExperience#WürdezentrierteGespräche#ÜbergängeGestalten#Ruhestand#Personalentwicklung#HRTransformation#HumanResources#Leadership#Wertschätzung

 

 

Würdezentrierte Gespräche als Gamechanger im Offboarding

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Die leise Kunst des Zusammenarbeitens – Co-Leading

Es gibt Formen der Zusammenarbeit, die mehr sind als Arbeit. Ein Tandem, das trägt, ist eine solche Form. Es entsteht dort, wo zwei Menschen nicht nur Aufgaben teilen, sondern eine gemeinsame Bewegung finden.

Manchmal erkennt man ein gutes Tandem nicht an dem, was gesagt wird, sondern an dem, was zwischen den Sätzen passiert: ein kurzes Aufnehmen, ein Weiterführen, ein Zuhören, das tiefer reicht als das Gesagte. Für die Menschen im Raum wird dann etwas spürbar: Leichtigkeit, Klarheit, eine Art von Führung, die sich nicht aufdrängt, sondern einlädt.

Ein gutes Tandem erzeugt einen dritten Raum, in dem mehr möglich wird als allein. Man merkt es an der Stimmung: Teams entspannen sich, Teilnehmende vertrauen, der Rhythmus wird ruhiger, und Lernen fällt leichter. Manchmal sagen sie:„Sie ergänzen sich.“ Doch was sie meinen, ist: „Ich fühle mich gehalten.“

In solcher Tiefe liegt auch eine mögliche Gefahr der Verletzlichkeit. 
Tandems, die wirklich tragen, verändern nicht nur die Arbeit. Sie verändern die Menschen, die sie erleben. Und manchmal sogar jene, die sie geführt haben.

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Neuerscheinung: Praxiswissen Offboarding mit Leseprobe

Das neue Fachbuch Praxiswissen Offboarding – Übergänge gestalten, Wertschätzung zeigen, Know-how sichern ist ab sofort erhältlich! Gemeinsam mit Kathrin Martini und Dr. Dirk Sichelschmidt habe ich ein umfassendes Praxishandbuch entwickelt, das zeigt, wie Offboarding am Übergang in den Ruhestand professionell, menschlich und wirksam gestaltet werden kann. Mit Prozessmodellen, Tools, Gesprächsformaten und zahlreichen Impulsen zur Umsetzung in der Praxis.

Jetzt im Buchhandel oder direkt beim Schäffer-Poeschel-Verlag bestellen:

Leseprobe: https://lesen.amazon.de/sample/B0F8NK9NT7?clientId=share

 

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Praxiswissen Offboarding – Workshop

Der Workshop mit Fachwissen und Methoden aus dem Buch Praxiswissen Offboarding – Übergänge gestalten, Wertschätzung zeigen, Know-how sichern

Wenn erfahrene Mitarbeitende – insbesondere aus der Generation der Babyboomer – ihre Organisation verlassen, geht es um weit mehr als die Rückgabe von Schlüsseln und Diensthandys. Es geht um den bewussten Abschluss eines Lebensabschnitts, um Wissen, das verloren gehen kann – und um Übergänge, die professionell gestaltet werden müssen.

In vielen Organisationen, Unternehmen und Einrichtungen zeigen sich die Herausforderungen des demografischen Wandels bereits heute deutlich:

Positionen bleiben unbesetzt, Erfahrungswissen geht verloren, und jüngere Mitarbeitende müssen ohne strukturierte Übergabe „einfach anfangen“. Zugleich sehen sich viele Betriebe gezwungen, auf wirtschaftlichen Druck mit Entlassungen und Stellenabbau zu reagieren – oft verbunden mit dem Verlust langjähriger Leistungsträger:innen. In dieser Situation gewinnt gutes Onboarding zwar zu Recht an Bedeutung – doch ebenso braucht es eine systematische, tragfähige Praxis für Offboarding, Übergabe und Nachfolge, um Übergänge sicher zu gestalten, Wissen zu sichern und Teams nicht zu überfordern.

In diesem Workshop bringen wir das gebündelte Fachwissen und die praxiserprobten Werkzeuge aus dem neuen Buch Praxiswissen Offboarding (Schäffer-Poeschel Verlag, Erscheinung Dezember 2025) ein. Es ist das erste umfassende Fachbuch im deutschsprachigen Raum, das Offboarding-Prozesse speziell am Ende des Erwerbslebens konzeptionell fundiert und praxisnah aufarbeitet – mit konkreten Methoden, Prozessmodellen, Checklisten, Personas und Erfahrungsbeispielen.

Sie lernen, wie individuell passende, strukturierte Offboarding- und Nachfolgeprozesse gestaltet und im Unternehmen verankert werden können. Ausgangsfragen sind u. a.:

Was kennzeichnet gelungene Offboarding-Prozesse?
Was brauchen die Gehenden – und was das System?
Wie können Führungskräfte in ihrer Rolle als „Übergangslotsen“ gestärkt werden?
Welche Standards, Instrumente und Prozessschritte helfen bei der Umsetzung?

Arbeitsformen
Expert:innen-Input
Kleingruppen- und Plenumsarbeit
Erarbeiten von Prozessbeschreibungen, Checklisten und Arbeitshilfen zum Offboarding zum Ende des Erwerbslebens und zur Nachfolge

Hinweis auf kommende Angebote
Für 2026 sind Workshops zum Thema in Kooperation mit der Fortbildungsakademie des Deutschen Caritasverbandes geplant – mit Fokus auf strategisches Offboarding, Nachfolge und Wissenssicherung. Weitere Termine und Formate, auch für andere Branchen befinden sich in Vorbereitung.

Inhouse-Workshops möglich
Organisationen, die sich frühzeitig mit eigenen Offboarding-Standards und Übergabeprozessen beschäftigen möchten, können Inhouse-Workshops anfragen. Inhalte, Formate und Dauer stimmen wir individuell auf Ihren Bedarf ab.

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Authentizität ohne Resonanz – Wenn Echtheit kein Gegenüber hat.

Ich beobachte immer häufiger, dass Authentizität als Kompetenz von Führungskräften gefordert wird. „Einfach ehrlich sein.“ und „Sagen, was man denkt.“
Doch Authentizität wird schnell zu einem Schutzschild, wenn sie dazu dient, sich nicht auf die tatsächliche Begegnung einzulassen.
Authentisch sein ist leicht, solange es nur um mich geht.

Echte Begegnung beginnt dort, wo Authentizität Resonanz zulässt, wo ich bereit bin, nicht nur auszusprechen, was in mir ist, sondern wahrzunehmen, was im anderen lebendig wird.

Resonanz macht verletzlich. Sie lässt sich nicht kontrollieren.
Denn Resonanz bedeutet: Ich kann nicht steuern, wie der andere antwortet:
Ich kann nur entscheiden, ob ich berührbar bin.

Und wenn es gelingt, wenn ein Moment echter Berührung entsteht, dann ist das kein Ergebnis von Kontrolle, sondern ein Geschenk.

 

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Abschied und Neuausrichtung

Ein neues Kapitel – in Verbundenheit mit der Akademie

Zwölf Jahre lang war die Fortbildungs-Akademie des Deutschen Caritasverbandes ein wichtiger Ort meines beruflichen Wirkens.

In dieser Zeit durfte ich Formate mitentwickeln, Themen aufbauen und Menschen begleiten, zu Fragen von Führung, Kommunikation und Personalentwicklung.

Diese Jahre haben meine Arbeit tief geprägt und zugleich den Boden bereitet für die Themen, die mich heute leiten: Offboarding in den Ruhestand, Übergänge und machtsensible Organisationsentwicklung.

Mit der Akademie bleibe ich in fachlicher Verbundenheit, nun in anderer Form und mit neuen Schwerpunkten. Ich freue mich darauf, das gemeinsame Anliegen, Lernen und Verantwortung miteinander zu verbinden, auch künftig weiterzuführen auf neuen Wegen, in neuen Kontexten.

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