Es war beiläufig gemeint. Aber es traf etwas, das ich kannte, ohne es benennen zu können.
Ich musste an einen Abschied denken, bei dem alles da war – Gläser, Licht, Gäste, Reden. Und doch fehlte das Entscheidende: ein Raum, der trägt.
Wir standen an den Rändern. Die Mitte blieb leer. Niemand nahm den, der ging, wirklich in Empfang.
Vielleicht war genau das die Off-Feier: ein Ritual, das den Weggang organisiert, ohne den Verlust zu berühren.
Eine Off-Feier braucht keinen Raum. Sie braucht nur Ablauf. Ein paar Worte. Ein Protokoll. Ein Glas in der Hand.Und dann: weiter.
Doch was geschieht in einem solchen Moment mit den Menschen?
Für den Gehenden bedeutet eine Off-Feier oft: Meine Zeit, meine Arbeit, meine Beziehungen werden nicht mehr wirklich gesehen. Der Abschied wird zur letzten – stillen – Kränkung. Nicht, weil niemand freundlich war, sondern weil niemand den Mut hatte, Bedeutung zuzulassen.
Und für die, die bleiben, geschieht ebenfalls etwas Entscheidendes. Sie lernen in diesem Moment, wie viel Raum ihnen selbst einmal zustehen wird, wenn sie gehen. Sie spüren, ob Würde hier etwas ist, das bleibt –oder nur ein Wort im Leitbild.
Eine Off-Feier schließt einen Menschen ab. Ein Abschiedsritual öffnet eine Geschichte. Denn ein Abschied braucht etwas anderes: einen Raum, der die Bedeutung eines Menschen halten kann – seine Spuren, seine Beziehungen, das, was bleibt, wenn jemand geht.
Als ich diesen Raum nicht spürte, wusste ich: Hier wird etwas beendet, aber nichts verabschiedet.
Eine Off-Feier feiert, dass jemand weg ist. Ein Abschiedsritual würdigt, dass jemand da war.
Und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Raum, der hält – und einem, der nur dekoriert ist